Die Geschichte der Pfadfinder und Royal Rangers

Entstehung der Pfadfinderidee

Robert Baden-Powell
Robert Baden-Powell

Die Pfadfinderbewegung wurde Anfang des 20. Jahrhunderts von Robert Baden-Powell (B.P.) gegründet. Der britische Offizier sammelte Erfahrungen in Indien und Südafrika, die ihn dazu inspirierten, 1899 das militärische Handbuch „Aids to Scouting“ zu schreiben. Ursprünglich für Soldaten gedacht, wurde das Buch bei Jugendlichen sehr beliebt und diente oft als Grundlage für Abenteuer- und Kundschafterspiele.

1907 veranstaltete Baden-Powell auf Brownsea Island ein erstes Probelager mit 22 Jungen aus verschiedenen sozialen Schichten. Dort führte er sein Konzept der kleinen Gruppen („Patrouillen“) ein. Aktivitäten wie Lagerfeuer, Zeltlager, Geländespiele und Nachtwachen prägen die Pfadfinderarbeit bis heute.

1908 veröffentlichte Baden-Powell „Scouting for Boys“, das schnell zum Bestseller wurde und die weltweite Pfadfinderbewegung begründete. Als Vorbild stellte er den heiligen Georg dar, dessen Werte wie Hilfsbereitschaft, Ehrlichkeit und Verantwortung für andere bis heute das Pfadfindertum prägen. Bereits vor dem Ersten Weltkrieg entstanden Pfadfindergruppen auf fast allen Kontinenten. So entstand die Pfadfinderbewegung.

1910 wurden die Girl Guides als Pfadfinderinnenbewegung gegründet, die von seiner Schwester Agnes Baden-Powell geleitet wurden. 1912 übernahm Olave Baden-Powell, B.P.’s Frau, diese Aufgabe. Nachdem 1909 in Crystal Place sich mehr als 11.000 Teilnehmer getroffen haben. Unter ihnen waren auch Mädchen, die sich als Pfadfinderinnen bezeichneten, da sich Baden-Powells Erziehungskonzept nur an Jungen richtete.

1919 bekommen die Pfadfinder von dem schottischen Gummi–Magnaten W.F. de Bois MacLaren ein riesiges Stück Land, den späteren Gilwell–Park, geschenkt. Dort wird ein Ausbildungszentrum für Scoutmaster eingerichtet. Alle Absolventen des ersten Lehrganges bekommen von B.P. das Woodbadge verliehen, das es auch heute noch gibt. Im Jahre 1920 erfüllt sich endlich B.P. großer Wunsch vom großen Weltpfadfindertreffen: 8.000 Pfadfinder aus 27 Ländern kommen zum ersten Jamboree in die Londoner Olympiahalle. Zwei Jahre nach dem ersten Weltkrieg, lebten hier Jugendliche zusammen, die selbst, oder ihre Väter zwei Jahre vorher gegeneinander gekämpft hatten. B.P. wir dort zum „Chief Scout of the World“ ausgerufen.

Pfadfinder in Deutschland

1909 erschien durch Dr. Alexander Lion die deutsche Übersetzung von „Scouting for Boys“ unter dem Titel „Das Pfadfinderbuch“. Dabei entstand auch der Begriff „Pfadfinder“. 1911 wurde der Deutsche Pfadfinderbund (DPB) gegründet und entwickelte sich schnell zu einer großen Jugendbewegung mit bis zu 90.000 Mitgliedern.

Die Geschichte der Royal Rangers

Die Royal Rangers entstanden 1962 in den USA als christliche Pfadfinderarbeit der Assemblies of God. Ziel war eine lebendige Jungenarbeit, die Abenteuer mit biblischen Werten verbindet. Entwickelt wurde das Konzept von Johnnie Barnes, der auch Emblem und Kluft entwarf, ein wichtiges Merkmal der Einheit ist. Die Arbeit verbreitete sich schnell international. Schon 1966 wurde in Australien die Arbeit aufgenommen. Als Jonhnnie 1966 starb erreichte sein Werb bereits über eine Million Kinder.

Die Geschichte der Royal Rangers-Deutschland

Jonnie Barnes
Jonnie Barnes

Nachdem die Royal Rangers sich in den USA und international immer weiter verbreiteten, wurden sie durch die Initiative des amerikanischen Pastors Paul Williscroft nach Deutschland gebracht. Er lud 1979 Johnnie Barnes nach Deutschland ein, um die Royal Rangers-Arbeit auf der Pastorenkonferenz des BFPs (Bund Freikirchlicher Pfingstgemeinden) vorzustellen.

Der Jugendpastor Hans Reimann begann daraufhin 1980 eine Projektgruppe der Royal Rangers in der Freien Christengemeinde Bremen, um die Arbeit kennenzulernen und auszuprobieren. Neben Jungengruppen entstand kurz darauf auch eine Mädchengruppe. Erster Bundesleiter wurde 1981 Pastor Richard Breite aus Bremen. So konnte dann die Royal Rangers-Arbeit offiziell vom 17.–20. September 1981 mit dem ersten „Nationalen Trainings Camp“ (eine Ausbildung für Leiter) beginnen.

Schon im Mai 1982 wurde in der Lüneburger Heide bei Schneverdingen das erste Pfingstcamp mit insgesamt 100 Teilnehmern durchgeführt. Auf dem „Jugendforum“ des BFPs in Hameln wurde vom 16.–20. Mai 1986 das erste „Bundescamp“ für Rangers ab dem 12. Lebensjahr durchgeführt. Von den etwa 12 teilnehmenden Stammposten waren rund 120 Rangers gekommen. Die Arbeit wuchs so schnell, dass bereits 1989 Deutschland in zwei Distrikte aufgeteilt wurde und 1993 konnte die Stammpostennummer 100 an Berlin vergeben werden. Im Mai 1995, vor dem Eurocamp in Dänemark wurde Gerd Ersfeld aus Moers Bundesleiter. Es folgten noch vier weitere Bundescamps: 1997 mit 3.800, 2005 mit 10.300, 2014 mit 15.000 und 2022 mit fast 17.000 Teilnehmern: Das größte Royal Rangers-Camp weltweit!
Aktueller Bundesleiter ist seit März 2008 Peter Lehmann aus Esslingen. Inzwischen gibt es über 600 Stammposten mit insgesamt mehr als 26.000 Mitgliedern der Royal Rangers Deutschland.